Sonntag, 12. August 2018

The Kerzekaufen Massacre / Klimawandel beendet.



Kreuzberg: über den Dächern © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Café Alibi, 1. Mai © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Kids, Manteuffelstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Bergmannstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Marabu-Bar © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Ben Hamilton, Rumme Beck, Johnny Ca © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Gneisenaustraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Wrangelstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kreuzberg: Selfie, Prinzenstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97








I look ill but I don't care about it. +++ Über das Brian Jonestown Massacre wusste ich nichts, bis auf die beiden Songs, die ich kannte – früher in der Playliste im Club. Umso erstaunlicher, als plötzlich Kerzekaufen ans Mikrofon trat und anfing, nölig zu singen. +++ Ich sagte zur Werdenden: "Guck mal, der sieht aus wie Kerzekaufen", sie sagte: "Da isser wieder!" +++ Ein befreundeter/freundlicher Radiomoderator hatte uns seine Gästelistenplätze für den Heimathafen vermacht, bei einem vom Fernsehen wäre das nicht so einfach gewesen: "Einmal Markus Lanz, bitte – plus eins!" +++ Tolles Konzert übrigens – vor der Zugabe (die dann leider am Ende doch nicht gegeben wurde, aber wir sind ja nicht nachtragend) – da holten sie wie zum Finale ihre zwei Backliner hinter dem Vorhang hervor und ließen ein, mir fällt da kein besserer Ausdruck für ein – ein Soundgewitter mit sechs Gitarren ließen sie auf uns niedergehen, das hatte schon etwas Hypnotisches. +++ Der oder das Kerzekaufen-Look-alike auf der Bühne, wenn ich das richtig verstanden habe – der scheint wohl so eine Art lebender Drogentoter zu sein, anscheinend Kopf und (Mitbe-)Gründer der Band. Da musste ich an eine Doku denken, das dürfte so Material von Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger gewesen sein. Keith Richards sah nie umwerfender aus als zur der Zeit, würde ich sagen. Da wird er, Keith Richards, von einer schwedischen Journalistin, glaube ich, wird er gefragt, was er von dieser Liste hält – eine Art Top-Ten der totsicheren Sterbekandidaten im Showbiz, oder so. Sie jedenfalls fragt ihn, ob er davon gehört hat. Er guckt etwas irritiert und meint: "Steh ich da drauf?" "Ja, auf Platz 1!" +++ Danke kksky jedenfalls für die Karten! +++ Die Bilder heute, Sie seh'n es, die sind nochmal aus der alten Serie: "Man" arbeitet an einer neuen Webseite! +++ Danke im Voraus dafür schon mal Katrin & Ugur! +++ Die Fotos hier kommen direkt aus dem Scanner, sind also noch Punk...  

Überschrift inspired by: Anemone © The Brian Jonestown Massacre, 1996
Überschrift also inspired by: "Dieses hysterische -Gekreische der Klimanazis ist wirklich unerträglich. Auch wenn wir alle zu Fuß gehen, statt Autos zu bauen nun alle Gendergagaisten werden u nur noch Brokkoli essen: der Sonne ist das egal. " Beatrix von Storch, 2018
Lyrics: Another Girl, Another Plan © The Only Ones, 1978
Kreuzberg – zwischen den Zeiten (Fotoserie aus ca. 500 Dias) © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Mittwoch, 8. August 2018

Fascination (oh yeah) takes a part of me / Der geheimnisvolle Stern.



Bei Rätzlingen © Kai von Kröcher, 2018

Komparsen © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Kameraassistent, Boomoperator © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Sperrgebiet © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018 

Filmtiertrainer © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Komparsen © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Hauptdarstellerin Leia alias Lou (Hintergrund) © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Letzlinger Heide © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

What's so funny 'bout Peace, Love and Understanding © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Könnte auch ein Afrika-Film werden © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

50° im Shuttle © Kai von Kröcher/Rich & Famous, 2018

Fahrstuhl zur Hotelbar (Barleben, Altmark) © Kai von Kröcher, 2018

A Home of the Schweinehunds* © Kai von Kröcher, 2018











Did you ever want to be alone, be all white in decent snow. +++ Am Ende war mir da etwas echt Schlaues über die Lippen gekommen, im Freiluftkino Hasenheide hatten wir vorgestern nämlich noch einmal B-Movie gesehen. Den fand ich diesmal noch besser als vor zwei oder drei Jahren. Oder sagen wir mal, ich habe ihn diesmal begriffen. Und da sagte ich gestern zur Werdenden etwas sehr Schlaues. +++ Aber kurz mal was anderes: Am Maybachufer kam mir auf dem sogenannten Türkenmarkt gestern Kerzekaufen the Legend entgegen, inkognito und als Privatperson getarnt – wie du und ich sozusagen: Er hatte sich Kerzen was zu essen gekauft. +++ Weil man immer mal wieder gefragt wird: "Hast du eigentlich Kerzekaufen mal irgendwo gesehen?" +++ Aber zurück mal zu B-Movie, wie kriege ich da jetzt den Bogen? Gestern nämlich hatte ich einen Leserbrief bekommen – eine Leserin bedauerte per SMS, dass es lange schon hier keinen Post mehr gegeben hat. Wegen der tollen Bilder. Daraufhin meinte die Werdende, die Kreuzberg-Bilder seien aber auch wirklich sehr gut gewesen. Darauf meinte ich dann wiederum: "Ja, aber wenn ich die Bilder mit B-Movie vergleiche..." Sie darauf wieder, das könne man jetzt aber gar nicht vergleichen. Ich wiederum: "Auch wieder wahr." +++ Um noch mal drauf zurückzukommen, jedenfalls sagte ich dann auch, das könne man letztlich wirklich nicht miteinander vergleichen. +++ Die Bilder heute, um mal von der Sache mit Özil abzulenken, die sind von letzter Woche: Dreh zu dem Remake von Immenhof, Letzlinger Heide. Ohne den Krieg wäre das meine Heimat gewesen. Andererseits hätte es mich ohne den Krieg gar nicht gegeben. Oder würde es mich gar nicht geben, besser gesagt. Ist Krieg deshalb etwas Gutes? Würde ich, wenn ich die Fähigkeit dazu hätte: Würde ich sagen, okay, wir drehen die Zeit zurück bis, sagen wir mal, ins Jahr '32 – und der deutsche Normal- oder weiß ich für ein Bürger würde die braune Scheiße diesmal nicht in den Reichstag wählen? Man ersparte der Menschheit ihre bis dahin größte Katastrophe. Vom Klimawandel wollen wir hier nicht sprechen, da werden wir uns eh alle noch umsehen. Jedenfalls fällt die Machtergreifung aus, Hitler fällt aus, 60 bis 80 Millionen Tote fallen aus, die Aufteilung der Welt in Kapitalismus und Kommunismus fällt aus und so weiter. Und damit falle dann eben auch ich aus. +++ Wie würden Sie entscheiden? +++ Jedenfalls haben "wir" Außenaufnahmen zu Immenhof gedreht. Das war im militärischen Sperrgebiet, man fühlte sich dort wie in der sibirischen Taiga oder in Afrika – die Landschaft besaß eine gewisse Faszination. +++ Was wollte ich eigentlich sagen? +++ Naja, jedenfalls hatte die Werdende früher nie meine Witze verstanden, das hängt mit ihrer Grundehrlichkeit zusammen. Sie hätte mich immer am liebsten geschlagen, wenn ich was Dummes gesagt habe. Etwas ironisch Dummes, da muss man natürlich erst einmal dahinterkommen. Sonst denkt man, was redet der für einen Scheiß. Jedenfalls sagte ich, die Bilder würden sicher noch wertvoller in ein paar Jahren. Wenn von dem Kreuzberg von damals nichts mehr übrig ist als einzig der Mythos. Wenn Starbucks und all die anderen gierigen Säcke sich auch diesen Ort einverleibt und unter sich aufgeteilt haben. Das alte Klischee: Günther Zalando, Siegfried Google, Shell to Hell, Rüdiger NestléPeter MonsantoKerzekaufen, Elvira Heinecken, Adalbert Bayer. +++ All die stellvertretenden Fucker. +++ Klimawandel ist Lüge! +++ Wenn alles um einen herum totgentrifiziert ist und man entsetzt feststellen muss, dass man Internet leider nicht essen kann – dann komme ich mit meinen alten Fotos um die Ecke und sage: "Ketchup!" +++ Und dann habe ich zur Werdenden gesagt, da sei es jetzt allerdings noch die Frage, wer schneller ist: die Gentrifizierung oder das Ende der Welt. +++ Weil, wenn das Ende der Welt schneller ist als die Gentrifizierung, dann würde ich ziemlich dumm aus der Wäsche gucken mit meinen elenden Kreuzberg-Bildern.

Überschrift inspired by: Fascination © David Bowie, 1975
Überschrift also inspired by: L'Étoile mystérieuse © Hergé, 1942
Bildunterschrift u.a. inspired by: (What's So Funny 'Bout) Peace, Love and Understanding © Elvis Costello & the Attractions, 1978 (Cover)
Lyrics: Decent Snow © Super700, 2012
B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989 (Essayfilm) © Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck, Heiko Lange (Drehbuch, Regie), D 2015
Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers © Sharon von Wietersheim (Drehbuch, Regie)/Rich & Famous Film, D 2019
*Wolfsburg: Hauptbahnhof, Volkswagen-Werk

Dienstag, 31. Juli 2018

Jonas Alaska / Rachel Sweet.



Text & Musik: Es war einmal © Beginner, 2016 | Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 2017

Text & Musik: Because You're Young © David Bowie, 1980 | Möwe © Kai von Kröcher, 2018

Text & Musik: Becky © Jonas Alaska, 2016 | Prinzessinnen-/Heinrich-Heine-Straße © Kai von Kröcher, 2017 






I've been doing my homework now for a long, long time. +++ Der oder das Laptop liegt wie ein Bügeleisen auf dem halbnackten Oberschenkel, und dass man eine Geschichte richtig vergeigen kann, hat der Post gestern gezeigt: Die Story selbst war ja echt mal so lustig skurril, dass man dachte, man schreibt sie einfach nur runter, das wird dann schon passen. +++ Der erste überlieferte selbstausgedachte Witz meines Lebens, das beschwörten Eltern, Geschwister und Freunde: "Geht ein Mann über die Straße, rutscht aus, haut sich den Kopf auf." +++ Wenn ich ein Rapper wär', würde ich sagen: Wie Uli Hoeneß im Nachthimmel von Prag, oder so. +++ Gibt es für jeden Quatsch eigentlich echt einen speziellen Gott: Vegetariergott, Fleischfressergott, Pescariergott, Veterinäramtsgott, Rudi-Carell Gott? +++ Geht ein Mann über die Straße, haut sich den Kopf auf. +++ Oder ist das alles nur einer allein? Oder gibt es am Ende gar keinen Gott? +++ Und hätte ein Gott tatsächlich es nötig, sich an einem zu rächen? +++ Rache ist süß. +++ Super Tag heute, der wärmste (bisher) des Jahres. +++ :€ +++ Jedenfalls, die Bilder heute, das sind die anderen verkauften drei aus der Ausstellung – die kann man aber immer noch sehen, die hängen noch wacker dort. Natürlich ohne die Schrift, die hatte ich heute da einfach mal raufgehauen. +++ Zecke Neuendorf von Hertha BSC, ich habe den übrigens irgendwann in den 2000ern mal an 'ner Tankstelle gesehen in Charlottenburg, gleichzeitig getankt, aber das interessiert wieder keinen. Der jedenfalls hatte mal zwei Bilder malen und dann verkaufen müssen – um dann als Künstler offiziell anerkannt werden zu können, das müssen Sie googeln! +++ Besser als Google nach wie vor ist allerdings Ecosia – da werden für jede, keine Ahnung, tausendste Suchanfrage Bäume gepflanzt, oder so: Gutmensch immer ganz vorn mit dabei! +++ Finissage jedenfalls ist dann am 31. August – ohne Schrift: geht ein Mann über die Oberbaumbrücke, check it out... +++ Und immer schön auf die Bilder klicken, sonst werden Sie blind! +++ Nachthimmel von Belgrad, natürlich!

Überschrift inspired by: Becky © Jonas Alaska, 2016
Überschrift inspired by/Lyrics: Fool's Gold © Rachel Sweet, 1980 (Cover)
RIOGRANDE | May-Ayim-Ufer 9 | Berlin-Kreuzberg

Montag, 30. Juli 2018

An einem Freitag im August / Die Rache des Vegetariergotts.



Esposizione quadrupla: Görlitzer Bahnhof | Ohlauer Straße © Kai von Kröcher, 2017






Remember kissing on the cobble stone in the heat of the night, and all the pretty young homophobes looking out for a fight. +++ Hieß das neulich eigentlich "Dieselskandal" – oder war das eher ein Abgas-Skandal? +++ Soweit ich das jetzt hier schon vermelden kann – aber ich denke, der Termin steht: Für die Finissage im RIOGRANDE haben wir uns jetzt auf den letzten Freitag im August geeinigt, das müssten Sie sich dann bitte im Kalender notieren. +++ Erstmal ein Witz, das war mir neulich so durch den Kopf gegangen: Bei der anhaltenden Trocken- und Wetterperiode könnte man ja mal Hundstage in den DVD-Spieler einlegen, diesen österreichischen Wohlfühlfilm. +++ Okay, jetzt das mit dem Vegetariergott: Mit einem führenden Vertreter der deutschen Tourismusbranche saß ich neulich im RIOGRANDE beim Essen. Toller Tisch direkt am Wasser, und der Branchenriese hatte zuvor eines meiner Bilder gekauft, das machte den Anlass vom Feeling her noch eine Spur besser. Jedenfalls, irgendwann schob er mir ein kleines Stück von seinem Schnitzel herüber, er könne nicht mehr. +++ Ich kriege irgendwie keinen Schwung in die Story, dabei war das echt ein Erlebnis. +++ Naja, sagte ich, wenn es jetzt eh hier schon auf dem Teller liegt, und so weiter. Und das ist jetzt, als würden im Film mehrere Leute auf einem Ruderboot herumrangeln: da wissen wir natürlich auch schon, da fliegt jetzt gleich einer ins Wasser. +++ Lange Rede, kurzer Sinn, der erste kleine Happen blieb mir dreißig Minuten in der Speiseröhre stecken, ich hatte es hier mit einer Art Erstickungsanfall zu tun. +++ Bei einem Geschäftsessen macht das einen mehr oder weniger merkwürdigen Eindruck – der Sammler aber, trotz der befremdlichen Vorfälle, packte das Bild in sein Auto und nahm es straight mit "nach Westdeutschland", wie man früher so sagte – das wird man zur Finissage nun also vermissen. +++ Für sentimentale Charaktere: oben ist es heute hier noch einmal zu sehen. +++ Der größte Fleischproduzent weltweit übrigens will den (ebenfalls weltweiten) Fleischkonsum von 38% oder so auf 45 Prozent steigern, was immer das heißen mag. Klingt nach einer ökologischen Chance – auch wenn ich mich beim weltweiten Verzehr leider heraushalten muss... 

Überschrift inspired by: Domenica d'agosto (mit Marcello Mastrioanni u.a.) © Luciano Emmer (Regie), I 1950
Überschrift also inspired by: An einem Sonntag im April © Element of Crime, 1994
Lyrics: Hot Scary Summer © Villagers, 2015
Hundstage (u.a. mit Georg Friedrich) © Ulrich Seidl (Drehbuch/Regie), A 2001

Mittwoch, 25. Juli 2018

Kurt Because / Özil schuld am Dieselskandal.



Irgendwo Ecke Mehringplatz © Kai von Kröcher, 1995 – '97







And the papers want to know whos shirts you wear. +++ Weil, heute kommt nämlich die Biografin aus Hamburg, da knöpfen wir uns mal das Lebenswerk vor. +++ Nee, weil ich gestern gesagt habe. Ein bisschen flapsig, dass Sie sich Bargeld einstecken sollen. Geht mir tatsächlich jedesmal so: Bilder aufhängen ist ja auf eine Art relativ "spannend", da überlegt man sich "ein Konzept", steht "unter Adrenalin". Bilder abhängen ist dann wie aus einer fucking Wohnung ausziehen, da hat man auf eine Art schon mit abgeschlossen – besenrein und Alpina. +++ Ich hatte das bis zu meiner Recherche zu meinem Post gestern gar nicht gewusst, Kurt Vile war ja Mitbegründer der War on Drugs. +++ Es gab da irgendwann mal einen Fil-Comic mit Kurt Weill, wie der in die USA emigriert oder so. Und sein Manager amerikanisiert seinen Namen in 'Kurt Because', und irgendwer sagt dann: "You Schweinehunds!" – musste ich damals sehr drüber lachen. +++ Falls irgendwer den noch findet? +++ Das Bild heute, das habe ich grad zufällig mal rausgesucht – passte ja wie die Faust. +++ Die Bilder im RIOGRANDE sind ja zur Hälfte schon verkauft, da will man sich gar nicht beschweren. +++ Gestern Abend war ich dann noch mal kurz runter zur Admiralbrücke. Da passierte mir das nun schon den zweiten Abend in Folge: Ich hatte mich gerade gesetzt, da kamen die Nazi-Bullen und begannen, die Brücke zu räumen. Den Abend vorher hatten sie auch schon alle verscheucht, aber mich hatten sie ohne ein Wort sitzenlassen. Einfach nicht ignoriert, weil ich so seriös bin. Das wird jetzt aber wieder eine lange Geschichte. +++ Und gestern, die kamen in so kleinen Grüppchen. Sprachen hier und dort mit den Leuten. Wieso und weshalb. Mit einer jungen Frau sahen sie sich sogar, die sah irgendwie aus wie die Schauspielerin in oder aus Weissensee. Da sahen sie sich mit ihr auf dem Smartphone Katzenvideos an, oder so. Und neben mir, also ungefähr ein bis zwei Meter. Da lag einer und schlief. Der sah ein bisschen obdachlos aus und auch nicht besonders gesund. Und der eine Nazi-Bulle schlurfte sich an und blieb schüchtern stehen. Und meinte dann leise: "Na, ist alles okay?" Und der Typ auf dem Kopfsteinpflaster: "Was? Ach so, ja – alles okay." Und der Nazi-Bulle: "Geht es dir gut, ist ja nicht so bequem?" Und der Typ (er hatte sich eine Tasche unter den Kopf gelegt): "Och, ich hab mir das so'n bisschen zurecht gemacht." "Na, ist ja gut, wenn du schlafen kannst, ist ja ganz schön laut hier." Und so weiter und so fort, und irgendwann ist er wieder gegangen. +++ Lange Rede, kurzer Sinn – irgendwann kam der Nazi-Bulle auch zu mir, da war der Rest der Brücke schon beinah geräumt. Pirschte sich wieder so zaghaft an: "Kenn' Sie das hier?" "Ja, ich wohne da drüben." "Ja, die Anwohner rufen hier jeden Abend Punkt zehn Uhr die Polizei. Kann ich ja irgendwie auch verstehen, und so weiter und so fort – dann haben Sie mal noch einen schönen Abend!"

Überschrift inspired by: Moon of Alabama © Kurt Weill/Bertolt Brecht, 1927
Überschrift also inspired by: Walkin' on a Pretty Daze © Kurt Vile, 2013
Lyrics: Space Oddity © David Bowie, 1969
Alabama Song (Whiskey Bar) © The Doors, 1967
Weissensee (Fernsehserie) © Annette Hess (Idee)/Friedemann Fromm (Regie), D 2010 – 2018

Dienstag, 24. Juli 2018

Klimawandel ist Quatsch / Wegen des großen Erfolges.




Könnte Schnabelbar gewesen sein | Prinzenstraße | Kottbusser Damm © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Sputnik am Südstern | Kohlfurther | Görlitzer © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Fuchsbau | Brennende Geduld | Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Café Marx | Miau | weiß ich nicht mehr © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Drama Golden Lounge | David, what shall I do, they wait for me in the hallway | A Ecke O © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Long Nose | Marheinekehalle | Skalitzer © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Möbel Reschke | Ed von Schleck | Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Leuschnerdamm | Farbfernseher | The War on Drugs © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Oranienstraße | Mysliwska | Bethanien © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Vom Feeling her Urban- Ecke Schönlein | Deutschland muss sterben | Modern Graphics © Kai von Kröcher, 1995 – '97 © Kai von Kröcher, 1995 – '97

I.W. | Bergmann | Junction Bar © Kai von Kröcher, 1995 – '97







Tonight the Zeroes were singing for you. +++ Weil Eigenlob stinkt und die Bilder gestern so sagenhaft sensationell waren, dachte ich, da könnte ich meinen Post jetzt tatsächlich endlich einmal von Facebook bewerben lassen, die wollen ja schließlich auch was verdienen: Für 17 € sollte ich angeblich 16.000 Menschen in meiner Nähe erreichen – da kannste nix sagen, dachte ich mir, für den Preis kommt man nicht mal in den Heidepark Soltau! +++ Dachte ich so. +++ Das Geld wurde auch postwendend abgebucht, alles ging fix seinen sozialistischen Gang. Minuten später allerdings kam die Nachricht, sie würden meinen Post nicht bewerben, der wäre vulgär. Ich fragte noch nach, was sie genau damit meinen – und ob ich dann meine 17 € wenigstens zurückkriege, Wiedersehen macht Freude – aber das große Schweigen im Walde! +++ Mark Zuckerberg ist schwul lieb. +++ Als Werdender, und daher vielleicht das Vulgäre: Da macht man sich dann halt Sorgen, was man (oder die ganzen anderen gierigen Drecksäcke), was man dem Sohn einmal für einen heruntergekommenen Planeten hinterlässt, ganz ohne Quatsch – und dann haben alle nur noch das fucking Samsung Galaxy 11 im Kopf! +++ Heute hier nochmal ein paar Hochformate aus meiner Serie Kreuzberg – zwischen den Zeiten, die meisten davon noch niemals gezeigt. +++ Apropos, die Ausstellung mit mir und Carsten Klindt im RIOGRANDE, ich hatte das immer vergessen: Die war nämlich verlängert worden und endet nun im August mit einer Finissage. Datum weiß ich noch nicht, aber stecken Sie sich einfach ein bisschen Bargeld ein, dann müssen wir die Bilder am Ende nicht wieder mit nach Hause nehmen. +++ Das ist wahrscheinlich tatsächlich die letzte Gelegenheit, die Bilder derart limitiert so unfassbar günstig erstehen zu können, und das meine ich tatsächlich ernst! +++ Donald Trump kommt vielleicht auch nicht. +++ Und immer schön auf die Bilder klicken!

Bildunterschrift u.a. inspired by: Teenage Wildlife © David Bowie, 1980
Bildunterschrift u.a. also inspired by: A Ecke O © Winson, 2004
Bildunterschrift u.a. also inspired by: Under the Pressure © The War on Drugs, 2014
Lyrics: Zeroes (2018) © David Bowie, 1987
Kreuzberg – zwischen den Zeiten (Fotoserie, etwa 500 Dias) © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Montag, 23. Juli 2018

Heute keine Überschrift bei der Hitze / dafür tolle Bilder.




Mariannen- Ecke Reichenberger © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Skalitzer Straße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Skalitzer Straße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Villon (Wiener Straße) © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Mysliwska (Schlesische) © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Café Alibi (Oranienstraße) © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Vom Feeling her Spreewaldplatz irgendwo © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Zossener © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Paul-Lincke-Ufer © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Urbanstraße Ecke Körte © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kaiser's am Kotti © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Dieffenbachstraße, glaube ich © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Oranien- Ecke Adalbert © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Downtown Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 1995 – '97

U7 © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Erkelenzdamm © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Heutiger Prinzessinnengarten © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Dresdener Straße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Kottbusser, under the Bridge © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Ankerklause © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Hallesches Tor © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Winter am Urban © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Lindenstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Bolle © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97

Oranienstraße © Kai von Kröcher, 1995 – '97










Somewhere there is some place that one million eyes can't see. +++ Auf radioeins gestern liefen die 100 besten Duette der, keine Ahnung – aller Zeiten, wahrscheinlich. Rudimentär hörte ich zu, falls man das sagen darf, jedenfalls fiel mir da wieder ein, was ich mich immer wieder mal frage: Warum eigentlich ist Dancing in the Street der wohl meistgedisste Song des Universums – war im Prinzip doch irgendwie ziemlich fetzig? Und immerhin gingen die Einnahmen an gemeinnützige Zwecke, das wollen wir nicht unter den Tisch fallen lassen – oder ist das auch schon wieder so eine Gutmenschenscheiße? +++ Hat Özil nun eigentlich gesagt, "er würde" – oder "he wouldn't"?! +++ Kommt mal klar, Leute – und währenddessen sitzen genügend echt miese Käräkter wie Nestlé noch immer nicht hinter Gittern! +++ Beim Nephrologen heute (Blutwerte top!), da las ich in der August-Nummer der GEO, in alten Archiven der New York Times seien dreitausend vergessene Fotos vom Sommer '78 aufgetaucht, das sei sensationell. Passt zu dem Film Finding Vivian Maier, der war auch sensationell. Und passt zu den Dias, die ich über die Jahre vergessen hatte und die ich jetzt ausgegraben, gerahmt und gescannt habe (oben): Eine unerwartete Zeitreise in das Kreuzberg der Jahre '95 bis '97! +++ Apropos 'meistgedisst', aber das Thema hatten wir schon: Heute früh, nach einem sehr verzwirbelten Traum, wachte ich mit den Simple Minds (oben) auf den Lippen oder im Kopf auf. +++ Und immer schön auf die Bilder klicken, sonst verderben Sie sich die Augen!

Lyrics: Someone Somewhere in Summertime © Simple Minds, 1982
Dancing in the Street © David Bowie/Mick Jagger, 1985 (Cover)
Finding Vivian Maier (Künstlerbiografie) © John Maloof & Charlie Siskel (Regie/Produktion), USA 2013
Kreuzberg – zwischen den Zeiten (Fotoserie, ca. 520 Dias) © Kai von Kröcher, 1995 – '97