Freitag, 23. März 2018

Schiffszwieback / Flattern und Flimmern.



Pflegeheim für Senioren © Kai von Kröcher, 2018



































Die Wölfe kratzen an der Tür, alles so leicht. +++ Das da im letzten Post neulich, das war ja schon harter Tobak. Das erinnerte mich irgendwie an einen Abend im – wie hieß der Laden August- Ecke Rosenthaler Straße damals? Ich will immer sagen: Boogaloo Shop, aber das war ja 'ne Band. Vielleicht komm' ich noch drauf. Wir waren zu dritt, der Schauspieler Thomas S. und der, zu der Zeit, glaube ich, Chefredakteur der Bild am Sonntag damals. Kurt Cobain war gerade erst kürzlich gestorben, wir schrieben das Jahr '94. Und sprachen darüber, welche Bedeutung er wohl mit ein paar Jahren Abstand haben würde. Ich war da eher skeptisch, und als Beleg meiner These wollte ich von der jungen Bedienung wissen, was sie von Sid Vicious so halte – von dem hatte sie dann auch noch nie was gehört. +++ Die Ausstellungseröffnung ist jetzt übrigens noch einmal, dafür aber nun endgültig, um einen Tag verschoben worden – und zwar auf den 7. April abends um sieben! +++ Nee, aber noch einmal zurück zu dem letzten Post: Als wir da im Boogaloo Shop saßen – das hieß definitiv anders –, da sprachen wir nicht nur über den Sid und den Kurt. Irgendwann kam nämlich das Thema darauf, ob man zu Schwarzen – ich glaube, es ging um Schwarze in L.A. oder New York, das ist wirklich schon lange her. Oder andersrum: Wenn Schwarze in L.A. oder New York sich selbst gegenseitig 'Nigger' nennen – ob das jetzt provozierend oder politisch oder freundlich gemeint ist – ob das dann jedenfalls in Ordnung ist, wenn auch so weiße deutsche Mittelschichtspfeifen wie wir sie ebenfalls 'Nigger' nennen. Die Diskussion damals ist regelrecht hochgekocht, und am Ende schmiss einer der beiden im weitesten Sinne das Handtuch und verließ wutenbrannt den Laden. +++ Und das war – ich bin ja doch immer so 'n altes Harmonieschwein – das war beim letzten Post neulich nämlich der Plan: Dass da jeder für sich selber mal kurz drüber nachdenkt. +++ Wie hieß denn der Laden bloß noch – im vorderen Raum saß man an so Tischen, und durch den Durchgang nach hinten gab es eine Tanzfläche mit DJ-Pult in der Ecke, Alleinstellungsmerkmal, und alles im Neuziger-Jahre-Berlin-Mitte-Style – ich mochte das damals sehr gern. +++ Bei dem Casper-Song (oben) dachte ich erst, er sei da von meinem Vorhofflimmern und Vorhofflattern im letzten Sommer inspiriert worden, doch in dem Song geht es gar nicht um mich. +++ Das Bild heute, das ist das Altenpflegeheim in der Böckhstraße mit (hoffentlich) letztem Schnee. +++ Ach, Mist, ich wollte noch erzählen, abends an meinem Geburtstag, da war ich mit der Holsteinerin des Herzens im neuen Kino am Zoo. Ich hatte schon vorher gesagt, ich hätte noch nie einen Scheißfilm mit Josef Hader gesehen. Und am Ende bin ich zwischendurch nicht mal aufs Klo gerannt, obwohl sich schon bei der Werbung ein hirnlähmender Druck ankündigte. Und der Hader, ich bin da jetzt nicht so der versierte Filmkritiker. Aber der kriegt das irgendwie jedesmal hin, dass er in keine der überall aufgestellten Kitschfallen hineintritt. +++ Das schwierigste Wort im Holländischen ist – laut dem Haderfilm jedenfalls – der niederländische Ausdruck für "Schiffszwieback", und auch bei den Witzen tritt Hader in keine der aufgestellten Klischeefallen, aber egal. +++ Google übersetzt 'Schiffszwieback' übrigens mit 'Halletje', aber im Film war das Wort wesentlich spektakulärer...

Überschrift inspired by: Arthur & Claire (mit Josef Hader, Hannah Hoekstra) © D/A/NL 2017
Überschrift also inspired by / Lyrics: Flackern, Flimmern © Casper, 2017
Esposizioni quadruple, Date an Artist | Vernissage | 7. April | 19:00 Uhr | RIOGRANDE | May-Ayim-Ufer 9 | 10997 Berlin

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